{"id":626,"date":"2021-06-18T08:09:00","date_gmt":"2021-06-18T08:09:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/?p=626"},"modified":"2024-08-02T11:09:00","modified_gmt":"2024-08-02T09:09:00","slug":"die-tradition-des-gautschens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/2021\/06\/18\/die-tradition-des-gautschens\/","title":{"rendered":"Die Tradition des Gautschens"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Der Begriff&nbsp;<\/strong><br>Das sogenannte Gautschen ist ein alter, bis in das 16. Jahrhundert r\u00fcckverfolgbarer Buchdruckerbrauch, bei dem ein Lehrling nach bestandener Abschlusspr\u00fcfung im Rahmen einer Freisprechungszeremonie in einem Beh\u00e4ltnis mit Wasser untergetaucht wird. In seiner urspr\u00fcnglichen Bedeutung bezeichnet der Begriff \u00abGautschen\u00bb den ersten Entw\u00e4sserungsschritt nach dem Sch\u00f6pfen des Papiers, das Ablegen des frisch gesch\u00f6pften Papierbogens vom Sieb auf eine Filzunterlage.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Ablauf<\/strong><br>W\u00e4hrend des Gautschens h\u00e4lt der Gautschmeister eine launige Ansprache an den J\u00fcnger und das umstehende Publikum: \u00abPackt an! Lasst seinen Corpus Posteriorum fallen auf diesen nassen Schwamm, bis triefen beide Ballen. Der durstigen Seele gebt ein Sturzbad oben drauf, das ist dem Sohne Gutenbergs die beste Tauf\u00bb. Auf den Ruf des Gautschmeisters \u00abPackt an!\u00bb wird der J\u00fcnger gefasst und auf einen nassen Schwamm gesetzt. Es muss daf\u00fcr gesorgt werden, dass das Hinterteil geh\u00f6rig angefeuchtet wird. Nun wird er von oben herab begossen, sodass der J\u00fcnger am ganzen K\u00f6rper pudelnass wird. Zu guter Letzt wird der J\u00fcnger in eine mit Wasser gef\u00fcllte Wanne gesetzt. Bei manchen Druckereien wird zur Taufe ein in der N\u00e4he des Betriebes liegender Brunnen herangezogen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Beteiligten<\/strong><br>Zu einem Gautschakt geh\u00f6ren neben dem G\u00e4utschling der Gautschmeister, der erste und zweite Packer sowie der Schwammhalter. Meist gibt es noch eine unterschiedliche Zahl an Zeugen oder mehrere Packer, die auch auf dem Gautschbrief ihre Anwesenheit durch Unterschrift bekunden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Gautschbrief<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"681\" src=\"https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/image-2-1024x681.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-634\" srcset=\"https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/image-2-1024x681.jpeg 1024w, https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/image-2-300x200.jpeg 300w, https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/image-2-768x511.jpeg 768w, https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/image-2-1536x1022.jpeg 1536w, https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/image-2-2048x1362.jpeg 2048w, https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/image-2-720x479.jpeg 720w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Begriff&nbsp;Das sogenannte Gautschen ist ein alter, bis in das 16. Jahrhundert r\u00fcckverfolgbarer Buchdruckerbrauch, bei dem ein Lehrling nach bestandener [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":632,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-626","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/626","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=626"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/626\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":637,"href":"https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/626\/revisions\/637"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/632"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=626"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=626"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/lehrstellen.dod.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=626"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}